Interview                                                                    Datum 02.06.2026


Herr Ettl, bald ist es wieder soweit und die Schach-Welltmeisterschaft beginnt. Fiebern Sie da auch mit?
Da interessiert mich ehrlich gesagt die Fussball-WM mehr, die auch dieses Jahr stattfindet.

Bei den Partieschachspielern ist oft die Rede von Cheater? Gibt es das im Problemschach auch?
Cheater sind hauptsächlich im Internet unter anonymen Namen anzutreffen. Diese nehmen den Computer unerlaubt her. Aber man kann das nur schwer nachweisen.
Bei uns im Problemschach werden hingegen ungerne Plagiate gesehen. Also ein Schachproblem das bereits schon in Zeitungen erschien.
Mir ist das gleich bei meinem Erstlingswerk passiert. Ich hatte verschieden Stellungen auf ein kariertes Blatt notiert. Darunter war ein Schachproblem, das nicht von mir kam.
Ich sandte es an die "Europa Rochade" und mehreren Lesern fiel das Plagiat auf. Ich entschuldtigte mich damals sofort bei Herrn Morgenthaler.

Nun haben Sie eine Problemschach-Datenbank entworfen? Macht Ihnen chatGPT dabei grosse Sorgen. Die künstliche Intelligenz hat doch mit Sicherheit auch viele Daten?
Ich glaube eher, dass chatGPT auf die online Datenbanken zugreifen. Ich denke, dass sich meine Problemschach-Datenbank immer noch lohnt. Man kann insbesondere die
Märchenschachprobleme alle nachspielen. Ein Problemschach-Heft schaut man sich nur ein mal an. Und da stellt man ungerne Märchenschachprobleme auf das Brett. In meiner
Datenbank kann man sich das bequem ansehen. Z.B. einen Schnelldurchlauf machen und die Märchenfiguren sind alle speziell einzeln angefertigt, sodass es wirklich Spass
machen kann sich diese Probleme anzusehen.


Wie lange haben Sir vor noch an der Problemschach Datenbank zu programmieren?
Nun gut, ich habe wirklich viel programmiert und weiss ehrlich gesagt nicht, was ich noch einbauen soll. Das Letzte was ich programmiert habe, war das interaktive Nachspielen.
Man kann es mit interaktiven Video kombinieren. Also man spielt per Drag and Drop seinen Zugvorschlag auf das Brett.
Die Haupt-Tätigkeit bei der Problemschach+ Datenbank liegt derzeit viele Schachprobleme zu sammeln. Gerade bin ich fertig geworden die beiden "feenschach" Hefte
einzugeben. Mein Schach-Freund Wilfried Neef versorgt mich auch immer mit reichlich Material, das er mir zu dem Zweck ausleiht.

Gibt es beim Problemschach auch Internet-Lösemeisterschaften? Und nehmen Sie daran teil?
Ja, die gibt es. Darunter befinden sich auch schwarze Schafe, die mit Computer-Unterstützung ihre Lösung zusenden. Hier haben wir es tatsächlich wieder mit Cheating zu tun.
Ich weiss nicht, ob sich Online Loesemeisterschaften in der Zukunft durchsetzen. Ich persönlich nehme da nicht teil. Ich bin wirklich mit meiner Problemschach+ Datenbank
sehr beschäftigt.

Herr Ettl, sie haben selbst einmal gesagt, dass Problemschach eine Nische ist? Findet nun ein Problemschach-Unterricht in Schulen statt?
In unserer Gesellschaft hat sich das Problemschach noch nicht so durchgesetzt wie das Partieschach. Im Partischach gibt es bereits Schul-Unterricht.
Ich sehe z.Z. viele indische Youtuber, die sich am Problemschach-Markt bedienen, um Studien vorzustellen. In Indien kann ich mir daher eine Problemschach-Schule
sehr gut vorstellen. Evt. gibt es das dort bereits. In Deutschland ist das schwer zu organisieren. Die Schulen sind meistens nicht so begeistert.

Schade, dass Ihre Software nicht in Schulen angeboten werden?
Die Software ist FREEMIUM (das hat mir chatGPT erklärt). Es besteht aus 2 Teilen. Freeware: die Datenbank mit allen Schachproblemen usw.
Aber Premium ist das Video-Material mit interaktiven Video und englisch Übersetzungen. Aber ehrlich gesagt interessieren sich nur sehr Wenige für meine
Problemschach+ Datenbank. Vielleicht ändert sich das irgendwann mal?

Danke dass Sie sich wieder meine Fragen gestellt haben. Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Mai-Wochende!
Danke, gleichfalls!